Normalerweise geht es die Tübinger Staatsanwaltschaft nichts an, welche Verbrechen im kongolesischen Landkreis Yalisika begangen werden. Es sei denn, im Tatgeschehen taucht ein deutscher Investor aus Baden-Württemberg auf. In den frühen Morgenstunden des 2. Mai 2011 rückten etwa 60 Polizisten und Militärs in ein Dorf in Yalisika ein, dessen Bewohner von einem Holzunternehmen des Diebstahls beschuldigt worden waren. Laut Zeugenberichten verprügelten die Uniformierten mehrere Männer, einen so schwer, dass er an den Folgen der Schläge starb. Fünf Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt, Hütten, Motorräder und Hausrat zerstört und sechzehn Dörfler schließlich auf einem Firmen-Lkw ins nächste Gefängnis verfrachtet.
Kongo: Der Mord im Dorf
Trägt ein deutsches Unternehmen die Verantwortung für Verbrechen kongolesischer Soldaten?