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Es ist eigentlich nur eine Regel aus dem Duden: Wenn der Name einer Stadt auf ein unbetontes -er endet (wie in Münster), kann der Bewohner der Stadt am Ende -aner heißen (Münsteraner), um das unschöne -erer zu vermeiden (Münsterer). Diese Endung verändert den Klang des Wortes. Und sie trennt zwischen den Wissenden und Unwissenden, den Sprachgebildeten und den Sprachungebildeten. Ein "Weimarer" jedenfalls ist ein Fest für jeden Besserwisser. Radio- und Sportmoderatoren mögen die -Aner sehr, sie reden in der Sportschau von Hannoveranern häufiger, als es eigentlich nötig wäre, einfach weil es sich so gut betonen lässt.

Auch die Wortschatzdatenbank der Uni Leipzig, durch die wir die Orte gefunden haben, verweist als Fundstelle auffallend oft auf die Sportteile der Zeitungen. Übrigens verschweigt der Duden, dass es eine geografische Grenze für seine Regel gibt. Im Süden, in Annweiler in Rheinland-Pfalz zum Beispiel, nennt sich Annweileraner nur, wer sich über sich selbst lustig machen will.