Natürlich gab es auch unter den Schachspielern schon immer viele, die sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlugen und manchmal schier verhungerten. Die ewig lange Anreisen auf sich nahmen, um bei Turnieren ein paar Mark fürs tägliche Brot zu verdienen, ununterbrochen "auf der Walz", ob gesund oder halb krank. Vom großen Akiba Rubinstein hieß es, man konnte ihn auf den Kopf stellen, ohne dass ein 5-Pfennig-Stück aus den Hosentaschen gefallen wäre. Der Wiener Kombinationskünstler Rudolf Spielmann schrieb: "Meine Lage ist mehr als traurig". 1942 wurde er verhungert aufgefunden.

In der Zeitschrift Schach berichtet Ilja Schneider von einem russischen Großmeister, der einst als Sekundant des Weltmeisters Anatoli Karpow und Teilnehmer an den Weltklasseturnieren in Linares und Dortmund, wo ich selbst seine Züge und gelegentlich auch sein sonderliches Gebaren kommentieren durfte, zur Hautevolee des Schachs gehörte. Heute tingelt er, in Wismar lebend und des Deutschen nur rudimentär mächtig, mit prall gefüllten Stoffbeuteln übers Land, um bei mager dotierten Open-Turnieren um Konditionen zu feilschen und Preise zu gewinnen. Manchmal gelingt’s, manchmal nicht.

Beim Open in Gardelegen traf er in der letzten Runde auf Ilja Schneider, zog hier in hoher Zeitnot 1...Kc5 und verlor aufgrund der Figur weniger. Doch wie hätte er sich überraschend ins Remis retten können?  

Lösung aus Nr. 19:

Wie kann die weiße Kavallerie durch Zugzwang den schwarzen König im 4. Zug matt setzen? Nur mit dem Damenopfer 1.Da5+! wird das entscheidende Tempo für die Annäherung der weißen Springer gewonnen. Nach 1...Kxa5 2.Sc4+ Ka6 3.Se6! setzt bei einem Zug des Springers a4 4.Sc5 , bei einem Zug des Springers b5 hingegen 4.Sc7 matt