Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Finanzbranche auch diesen Trend für sich entdeckt. Über die sogenannten 3-D-Drucker – wundersame Maschinen, die künftig alle möglichen Dinge dreidimensional "ausdrucken" können und damit mindestens die Welt verändern – wird seit einigen Monaten zunehmend euphorisch berichtet. Nun geht es darum, aus dem Trend Geld zu machen, vielleicht auch für den Anleger. So wie einst bei der Nanotechnologie oder den Seltenen Erden. Erinnern Sie sich noch?

Jedenfalls verschickten die Macher der Stoxx-Börsenindizes (zu denen unter anderem der Euro Stoxx 50 oder der Stoxx Europe 600 gehören) kürzlich eine Mitteilung, in der sie die Einrichtung eines "Stoxx Global 3D Printing Index" ankündigten. In ihm sollen bis zu 30 Unternehmen aus aller Welt vereinigt werden, die irgendetwas mit dem 3-D-Drucken zu tun haben. Diesen Index können dann Investmenthäuser nutzen, um ihren Kunden mit 3-D-Firmen gefüllte Fonds anzubieten. Achten Sie mal drauf: Entsprechende Werbung wird nicht mehr sehr lange auf sich warten lassen.

Interessant sind die Bedingungen, die die Firmen erfüllen sollen, um in den Index aufgenommen zu werden. Unter anderem müssen sie – so steht es in der Mitteilung – "mehr als ein Prozent ihres Umsatzes" im 3-D-Sektor erzielen. Ein Prozent? Über 98 Prozent ihrer Verkäufe dürfen die vermeintlichen 3-D-Unternehmen also mit irgendwelchem anderen Kram machen. Abstruser geht es kaum. Und selten wurde der Kunde so dreist für so dumm verkauft.

Übrigens: Mit Nanotechnologie hat kaum ein Anleger wirklich Geld verdient. Und die Seltene-Erden-Fonds wurden angeboten, als der Hype längst zu Ende war und die Preise wieder in den Keller gingen. Aber das nur am Rande.