"Schnell wie eine Kobra, konnte er 20 Züge in einer Minute machen, und diese 20 Züge waren perfekte Glieder in einer Kette, die zum Sieg führte. Er war ein Dämon. Immer wieder gelang es Walter, am Ende seiner haarsträubenden Zeitnot besser zu stehen als anfangs." So beschreibt der amerikanische Großmeister Yasser Seirawan seinen Landsmann Walter Browne (geb. 1949) im Vorwort zu dessen Autobiografie The Stress of Chess (Verlag New in Chess) – bei ihm ein wahrlich treffender Titel. Ständig schien ein Hochspannungsstrom seinen Körper zu durchjagen, ich habe es selber am Brett gegen ihn erlebt.

Wie sein großes Vorbild Bobby Fischer verlässt Walter die Erasmus High School in Brooklyn vorzeitig und entscheidet sich für ein Leben als Spieler. Am liebsten Schach, doch mit Poker verdient er mehr – manchmal spielt er in Las Vegas beides gleichzeitig. "Schach führt zu einem Hochgefühl und übertrifft jedes physische Vergnügen." Von das er aber rast- und ruhelos umhergetrieben wird, dies zeigt sich innerlich wie auch im ständigen Reisen.

Mit 20 ist er der damals jüngste Großmeister der Welt und nach Fischer und Spassky der drittjüngste aller Zeiten. Sechs Mal wird er US-Meister, bis Mitte der achtziger Jahre zählt er zu den besten Spielern der Welt.

Mit welch prächtiger Kombination setzte er als Weißer am Zug 1977 in Las Palmas den spanischen Großmeister Manuel Bellon matt?

Lösung aus Nr. 21:

Welch überraschender Damenausfall gewann für Weiß? Nach 1.Dh7! ist der Bauer g7 nicht zu halten. Schwarz versuchte noch 1...Dxd3 , büßte aber nach 2.Dxg7 (auch 2.Tc7+ Td7 3.Dxd3 gewann die Dame oder setzte nach 2...Kf8 3.Dh8+ Sg8 4.Le7+! Ke8 5.Dxg8 gar matt) Dg6 3.Lxf6+ Dxf6 4.Tc7+! die Dame ein