Das moderne Leben zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es besonders zeit- und kostenintensiv ist. Beispielsweise ist kein Gebrauchsobjekt denkbar, das, soll es anstandslos funktionieren, nicht einer Wartung bedürfte. Gleichgültig, ob Auto, Waschmaschine oder Computernetzwerk, stets muss in regelmäßigen Intervallen nachgebessert werden. Ordnungsgemäße Wartung ist in gewissem Sinn der Treibstoff des Fortschritts. Der Terminus technicus Wartung hat offenbar mit warten zu tun. Zu dem Verb "warten" existiert allerdings kein gegenteiliger Begriff, was darauf schließen lässt, dass der Mensch stets ein Wartender ist. Umso menschlicher ist es also von der größten österreichischen Bank, ihren Internetauftritt nahezu fortwährend zu warten. Das bringt manche Arbeitgeber in Bedrängnis, und die Lohnempfänger müssen dann eben etwas zuwarten. Sie können auch abwarten, wann ihr Geld eintrifft, denn ab- und zuwarten kann ab und zu aufs Gleiche hinauslaufen. Entwarten, selten verwendet, bedeutet dann vielleicht ein Endes des Wartens. Entwartete Kunst ist demnach ein Begriff für längst fällige kreative Hervorbringungen. Wenn nun die entwartete Kundschaft die Webseite wieder benutzen kann, erwartet sie sich natürlich eine Verbesserung. Doch das ist zu kurz gedacht. Gewartete Webseiten und gewartet habende Kunden verbindet meist keine Liebe auf den ersten Blick. Das muss wachsen, und daher soll weiter gewartet werden, und zwar von beiden Seiten. Kunden der Hypo werden dieses Problem künftig kaum kennen, da von Indern, den neuen Besitzern, ein perfekter Netzauftritt erwartet wird. Das Charmante an den Italienern hingegen ist, dass Dinge unerwartet dann doch funktionieren. Diese Italianità weht durch die Webseite der UniCredit-Tochter, und man freut sich, wenn sie plötzlich doch benützbar ist. Ungewartet und unerwartet schenkt sie dem Kunden ein gnädiges Zeitfenster, zwingt ihn so zur Effizienz, denn bald könnte wieder gewartet werden. Was für eine Lebensschule! Man könnte die Wartungen allerdings auch Profis überlassen. Aber das wäre bei der Bank Austria doch wider alle Erwartungen.