Die Frage: Der Wonnemonat Mai ist für Bernd und Ulrike manchmal erstaunlich stürmisch. Ihnen kann es auf die Stimmung schlagen, wenn die Sonne lockt und es im Garten wieder viel zu tun gibt (so formuliert es Ulrike) – wenn es also endlich wieder warm genug ist, um mit einem kühlen Getränk auf der Terrasse zu sitzen und die Blütengirlanden der Glyzinie zu bewundern (so Bernd).

Er hat die Glyzinie vor Jahren gepflanzt und wünscht sich einen pflegeleichten Garten, zwei Stunden Arbeit in der Woche sind genug. Ulrike hingegen liebt Blumen, vor allem Rosen, die viel Pflege brauchen. Wenn sie dann Unkraut jätet und den Mehltau bekämpft, ist ihr der Anblick eines faulen Mannes ein Ärgernis. Sie schimpft dann derart über die Blattläuse, dass Bernd sich gemeint fühlt.

Wolfgang Schmidbauer antwortet:  Obwohl der Anblick eines festsitzenden Biersaugers durchaus Assoziationen zur Blattlaus wecken kann, tut Ulrike ihrem Mann unrecht. Schon unseren Kindern bringen wir bei, dass mit dem Erwerb eines Lebewesens auch bestimmte Pflichten verbunden sind. Wer eine Rose pflanzt und zur Blüte bringen will, muss selbst die Verantwortung für Rost und Laus übernehmen.

Sich gegenseitig Faulheit oder Arbeitssucht vorzuwerfen, ist für Liebespaare absolut unbekömmlich. Sie sollten besser versuchen, die faulen Stunden ebenso gemeinsam zu genießen wie die fleißigen. Im Garten ergeben sich dazu die besten Gelegenheiten, erst einmal gemeinsam in der Frühlingssonne zu entspannen und dann erst zu planen, was erledigt werden soll.