Zwei Sprachen wurden ihm in die Wiege gelegt. Das ist sein Fundament, das er mit der Zeit fleißig erweitert hat, etwa um Russisch und Englisch. Doch vielleicht noch größer als seine Begabung für Sprachen ist sein Blick fürs Komische im Alltag und für sämtliche Klischees, die er von heiter bis drastisch ad absurdum führt. Dieses Spiel treibt er seit fünfzehn Jahren und erinnert sich noch gut daran, wie an schlechten Abenden knapp 50 Zuschauer vor ihm saßen. Doch dann passierte das Unglaubliche, der Geheimtipp wurde quasi über Nacht berühmt, die Bühne größer, fast gigantisch. Was ihn oft immer noch staunen lässt, denn was er darbietet, "das gibt’s normalerweise nur auf 3sat".

Hohe Kunst also, die sich als Klamauk und Rollenspiel nur tarnt? Wie auch immer man es sieht, eines ist sicher: Er hat etwas entwickelt, was es so zuvor nicht gab – eine wirksame Methode gegen den Bierernst von Diskussionsrunden. Wer will denn noch meckern oder missmutig sein, wenn man stattdessen einfach lachen kann? Es sei das schönste Geschenk in seinem Leben, sagt er, dass sein Humor so befreiend wirke, und erzählt von einer Schlüsselszene: "Ich war ungefähr neun, und meine Mutter war gerade traurig. Irgendwie schaffte ich es, sie zum Lachen zu bringen. Und ich habe zum ersten Mal gemerkt: Ah, das ist schön, wenn andere Leute lachen!" Zum Schulclown wurde er freilich nicht, er galt dort vielmehr als kleiner "Vernunftbolzen". Kann schon mal passieren, wenn man – wie er – mit gleich drei älteren Geschwistern aufwächst und dann noch lieber Cordhosen statt Jeans trägt.

Vaterland, Muttersprache. Und dann ist da noch der Dialekt seiner Heimatstadt, ein breiter und – was kaum einer ahnt – dem Jiddischen verwandter Singsang. Damit geht er am liebsten hausieren, und wenn man ein Wortungetüm wie "Bumbewasserzong" andernorts auch kaum versteht, macht das nicht wirklich was. Er kriegt sein Publikum ohnehin, sei es mit Offenheit, Geistesblitzen oder seiner Ausstrahlung. Vermutlich wäre er ein super Werbeträger für Shampoo, ließ der Exstudent der Philosophie und Politologie kürzlich verlauten. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 23:

Als der assimilierte Wiener Jude Theodor Herzl (1860 bis 1904) über den Dreyfus-Prozess berichtete, kam er zu der Überzeugung, die "Judenfrage" sei nur politisch zu lösen. Mit seiner Schrift "Der Judenstaat" wurde er zum Führer der zionistischen Bewegung