In einer kleinen Stadt mit Gemüsegärten, Weinbergen und berühmten Schulen begegnete ein Philosoph und überaus beliebter Lehrer in den besten Jahren einem intelligenten und wissbegierigen Mädchen, "an Schönheit nicht die Geringste", wie er untertrieb. Ihrem Onkel, bei dem sie lebte, trug er an, sie zu unterrichten, und der willigte ein. Dann ereignete sich zwischen Lehrer und Schülerin eine Explosion der Leidenschaft. Als der Onkel Lunte roch, entführte der Liebhaber seine mittlerweile schwangere Geliebte und brachte sie zu seiner Schwester. Dort kam ihr Sohn zur Welt, anspruchsvoll "der zu den Sternen greift" genannt. Um den wütenden Onkel zu beschwichtigen, schlug der frischgebackene Vater eine heimliche Heirat vor, auf die sie widerstrebend einging. Als sie dann "auf Befehl freiwillig" den Schleier nahm, sahen Onkel und Verwandtschaft darin den schnöden Versuch, die junge Frau loszuwerden. Sie griffen zur üblichen Selbstjustiz, überfielen und verletzten ihn zutiefst.

Die Liebenden sahen sich nie wieder. In den nächsten Jahren führte er ein unstetes und gefährdetes Leben. Seine philosophische Lehre brachte ihm harsche Kritik und Verfemung ein. Enttäuscht zog er sich in eine abgelegene Klause zurück, die er "Trost" nannte, und sammelte Schüler um sich. Um weiteren Anfeindungen zu entgehen, nahm er das Amt des Abtes in einem verlotterten Kloster an und entging nur knapp einem Mordanschlag der Mönche.

Den "Trost" übergab er seiner aus ihrem Kloster vertriebenen Ehefrau, sie machte ein blühendes religiöses Zentrum daraus. An die Stätte seiner Lehrerfolge zurückgekehrt, unterrichtete er wieder, drei spätere Päpste gehörten zu seinen Schülern. Doch ein unerbittlicher Gegner seiner Ethik erwirkte ein strenges Urteil gegen ihn und seine Schriften. Müde und krank machte er sich auf den Weg, um die Verdammung revidieren zu lassen. In einem liberalen Kloster fand er bis zu seinem Tod drei Jahre später eine Bleibe. Seine Ehefrau, die in Briefen mit ihm ein intensives Zwiegespräch voller Gelehrsamkeit und zuerst versteckter, dann offener Sinnlichkeit geführt hatte, erbat seinen Leichnam und verfügte, dass sie nach ihrem Tod in einem Grab vereint würden. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 24:

Bülent Ceylan (geb. 4. Januar 1976) wurde mit seinen Programmen "Kebabbel net!" und "Ganz schön turbülent!" zum Comedian-Massenstar. Für seine Verdienste um die deutsch-türkische Verständigung erhielt er den Civis-Preis