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Ortsnamen mit einem Sankt am Anfang sind so ungewöhnlich in Deutschland, dass das abgekürzte St. von Briefeschreibern manchmal mit dem Rest des Namens vereint wird, zu Stegidien zum Beispiel – statt St. Egidien. Auch wissen wenige, bei welchen Buchstaben man in Ortsverzeichnissen nach den Sankts suchen muss.

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Im romanischen Sprachraum weiß man so was, dort sind Heiligenorte so häufig, dass man sich sorgen muss, die 6600 Heiligen der Christenheit könnten nicht ausreichen. Das erklärt, wie die Sankts in Deutschland verteilt sind: Je näher an Frankreich und Italien, umso häufiger sind sie. Heilige zu verehren und Orte nach ihnen zu benennen war ein Trend des 12. Jahrhunderts. Damals gab es zwar noch keinen Luther, die katholische Kirche hatte es trotzdem im Osten und Norden schon schwer. Der heilige Ägidius, der St. Egidien den Namen gab, war übrigens kein Sachse. Er war mal ein ziemlicher Star unter den Heiligen und lebte in Südfrankreich, in einem Ort, der heute Saint-Gilles heißt.

Recherche: Friederike Milbradt