Beim Havelfischer im Haus am See

Wolfgang Schröder ist einer der letzten fünf Havelfischer, er führt seine Familienfischerei in vierter Generation. Schröders Revier liegt nordwestlich von Rathenow am letzten Teilstück des Rhins zwischen Havel und Gülper See. In seinem malerischen Fischer- haus am See serviert seine Frau alte Berliner Klassiker der kalten Küche wie zum Beispiel "Aal in Gelee". Die Rezepte stammen noch von Wolfgang Schröders Mutter, wurden aber über die Jahre von seiner Frau verfeinert. Bei den Schröders gibt es den fangfrischen Fisch bereits filetiert, und fragt man den Brandenburger, ob er einen mal mit- nimmt auf seinem Boot raus auf den See, dann kann es gut passieren, dass er Ja sagt.

Fischerei Schröder, Gahlberg 2, 14715 Havelaue, OT Strodehne, Tel. 0160-6818388

Wasserbüffel vom Biohof Sonja Moor

2003 ließ Sonja Moor ihren Job als TV-Produzentin hinter sich, um sich ganz der Landwirtschaft zu widmen. Nach einer Ausbildung zur Landwirtin begann sie 2007, neben Schafen auch Büffel und Rinder zu züchten, zu Beginn mit jeweils vier Wasserbüffel- und Galloway-Muttertieren. Heute leben 91 Wasserbüffel und Galloway-Rinder auf dem Hof in Werneuchen. In dem dazugehörigen Laden kann Fleisch erworben werden, auch die lustigen Bücher ihres Mannes, des Fernsehmoderators Max Moor, werden angeboten. In zwei Bänden beschreibt er, mit welchen ungeahnten Herausforderungen sich das Paar nach dem Umzug von der Schweiz aufs Brandenburger Land konfrontiert sah.

Sonja Moor Landbau (Demeter) Wasserbüffel- und Rinderzucht Hirschfelde, Ernst-Thälmann-Straße 14, 16356 Werneuchen Tel. 0179-7347149

Der Fliegenfänger Brandenburgs

Bernhard Quilitz, 75, besitzt in Lunow-Stolzenhagen eine Gaststätte in der Bauernstraße. Schon vor zehn Jahren hat er die Leitung an seine beiden Söhne abgegeben, aber er ist trotzdem jeden Tag hier. Zu den Quilitz mag nicht unbedingt das kulinarische Angebot locken, das tun vielmehr die Qualitäten des Hausherrn als guter Gastgeber. Onkel Quilitz, wie er hier von allen genannt wird, kann beeindruckend gut Fliegen mit der Hand fangen. Früher sei er schneller gewesen, behauptet er, aber er ist immer noch sehr gut. Bleibt man von solchen Handfertigkeiten unbeeindruckt, kann man den Wirt und seine Söhne zu einer Partie Billard herausfordern. Das können nämlich alle drei sehr gut.

Gaststätte Quilitz, Bauernstraße 36, 16248 Lunow-Stolzenhagen Mo–Fr ab 11 Uhr, Sa/So ab 10 Uhr, Mi Ruhetag Tel. 033365/665

Bauhaus-Café am Rosenhag

Mit dem Café Rosenhag in Brandenburg an der Havel hat sich Bernd Heese, ehemals Leiter der örtlichen Musikschule, einen Lebenstraum erfüllt: eine Gaststätte mit Kulturprogramm. Heeses Café befindet sich in einer 1928 bis 1930 errichteten und jetzt frisch sanierten Wohnanlage im Bauhaus-Stil. Die Projektentwickler haben viel Wert auf eine detailgenaue Rekonstruktion gelegt und ersteigerten auf eBay passendes Inventar – darunter eine original Bauhaus-Einbauküche, eine der ersten ihrer Art. Im zweiten Stock des Bauhaus-Cafés steht mitten im Raum ein Konzertflügel.

Café Rosenhag, Am Rosenhag 1, 14770 Brandenburg an der Havel, täglich 8.30–18 Uhr, Tel. 03381/3289789

Tauchen im Großen Stechlinsee

Der Große Stechlinsee ist außergewöhnlich klar und eignet sich deshalb gut zum Tauchen. Laut dem Gewässerkundler Peter Casper vom Stechliner Seelabor ist dieser See eine Besonderheit, denn so klares Wasser kennt man sonst fast nur im Alpenraum. Der Stechlinsee ist nährstoffarm, deshalb wachsen wenige Algen in ihm. Und je weniger Algen ein See hat, desto ungetrübter ist er. Die durchschnittliche Sicht- weite liegt bei acht Metern. In Neuglobsow (Gemeinde Stechlin) befindet sich das Tauchgebiet des Sees. Ab April kann hier getaucht werden, die Station bietet auch Tauchausrüstungen und Kurse an. Stechlin leitet sich von dem slowenischen Wort steklo ab und bedeutet zu Deutsch Glas. Neben seiner außergewöhnlichen Klar- heit verlieh auch die ehemals hier angesiedelte Glas- hütte dem See seinen Namen.

Tauchstation Stechlinsee, Fischerweg 2 16775 Stechlin-Neuglobsow, Tel. 033082/70453

Die Teltower Schleifenmanufaktur

Bei Jürgen Stange in Teltow gibt es noch von Hand gemachte Seidenschleifen zum Selberbinden. Vater Wilhelm Stange gründete 1934 eine Krawattenfabrik, der Sohn übernahm 1972 das Geschäft und konzentrierte sich fortan ausschließlich auf die Herstellung von Schleifen. Seit 2009 hat er wieder Krawatten im Sortiment, die Schleifen machen allerdings immer noch 80 Prozent seines Umsatzes aus. Alles wird in dem Familienbetrieb mit acht Mitarbeitern selbst hergestellt. Hier in der Fabrik hat Jürgen Stange auch einen Verkauf eingerichtet, der unter der Woche bis nachmittags geöffnet hat. Ist man vor Ort, bekommt man eine echte Stange-Schleife aus 100 Prozent Seide schon für 49 Euro, im Einzelhandel ist sie etwas teurer. Jürgen Stange lässt Schleifen auch auf Wunsch innerhalb von drei Tagen nach Maß anfertigen.

Jürgen Stange, Manufaktur für Schleifen, Krawatten, Westen, Stahnsdorfer Straße 3, 14513 Teltow Tel. 03328/474852, Mo–Fr 9–16 Uhr