Nun ist endlich die ultimative Skala für die Typisierung von Politikern da. Es gibt "kein Charakter", "einigermaßen Charakter" und "Charakter". Frank Stronach, Prophet der neuen Wissenschaft der Frankologie, wendet diese Kriterien natürlich auch auf seine eigenen Leute an. Die fallen nach seiner Einschätzung allerdings eher in Kategorie zwei, also Typ "einigermaßen". Warum in seinem Team keine Personen mit Charakter anzutreffen sind, ließ der im Dunklen. Stattdessen erwies sich der führende Psychopolitologe auch als profunder Fachmann im Bildungssektor, der ein neues Fach namens "gesunde Lebensweise" fordert. Vermutlich geht es dabei um Enthaltsamkeit bei Suchtgiften wie Tabak, Alkohol oder Gewerkschaften. Auch Wirtschaft sollte ab der ersten Schulstufe unterrichtet werden. Überhaupt mangelt es in Österreich derzeit nicht an Ideen für neue Unterrichtsfächer. So wünscht sich der für Integration zuständige Staatssekretär ab der fünften Schulstufe ein Fach Staatskunde. Um wirklich im Berufsleben reüssieren zu können, scheinen aber andere Lehrgegenstände wesentlicher zu sein. Wirtschaft mag ja auch wichtig sein, aber für eine große Karriere sind eher einige Semester in Freunderlwirtschaft vonnöten. Expolitiker wären da wohl ausgezeichnete Gastdozenten. Wichtig wäre es für unsere Sprösslinge ebenso, schon im Volksschulalter die Praxis der Steuervermeidung zu erlernen. Das wäre locker ins neue Fach Staatskunde zu integrieren. Der ohnehin etwas blutleere Ethikunterricht könnte mit moralischen Grundregeln aufgefettet werden. Das hätte vielleicht zur Folge, dass mehr Leute in die Politik drängen, denen es nicht genügt, bloß "einigermaßen" zu sein.