Wenn Vollpfosten via social media einen Flashmob organisieren und Spackos in ihren tweets so lange die Schuldenbremse dissen, bis die Rabaukin im Shitstorm ihren Compi zertrümmert, dann ist das kein Aufstand der Malediktologie, der Lehre von den Schimpfwörtern, gegen Sitte, Anstand und den Zustand der Welt, sondern korrektes Deutsch. Und zwar seit diesem Mittwoch. Da überreichten Vertreter des Bibliographischen Instituts Klaus Wowereit am Brandenburger Tor das erste Exemplar des neuen Duden. In ihm lassen sich nun erstmals die Vollpfosten genauso leicht finden wie der Spacko, der Shitstorm, das Dissen und die Rabaukin – unter dem richtigen Anfangsbuchstaben. Kaum ist sein Verlag nach Berlin gezogen, mutiert der Duden zum Prolo. Haste mal ’ne App ?

Glücklicherweise finden sprachliche Eigenarten des Berliners wie der unmotivierte Infinitiv ("Ick hab da noch ’n Fahrrad zu stehen") oder der Ersatz des Determinativpronomens "solche" durch das dingsähnliche "so ne" ("so ne Sachen") zunächst keinen Zugang in die Sprachbibel der Deutschen.

So ne Duden hat niemand im Regal zu stehen. Noch nicht. Denn vom Vollpfosten zu Isch geh Karstadt ist der Weg ähnlich kurz wie vom Shitstorm zur Backup solution . Und wenn dann, in nicht allzu ferner Zukunft, der Duden wimmelt von Kraftausdrücken, Szenesprech und Anglizismen, wird er auch nicht mehr Duden heißen, sondern Waswillstduden, you Asshole ? Gott schütze the German language.