Designersofas künden von einer "modernen, urbanen Lebensweise voller Individualität". Das behauptet ein bekannter Hersteller, der übrigens auch in ländliche Regionen liefert, damit die urbane Individualität auch dort wohnen kann.

Der vorangestellte Zusatz "Designer-" adelt gewöhnliche Gegenstände. Deswegen gibt es Designer- auch als -hemden, -schuhe, -drogen und -brillen. Es gibt sogar Designer-Outlets. So nennt man Läden, in denen Designerirgendwas verkauft wird. Früher hießen Designer-Outlets mal Factory-Outlets, obwohl Fabrikverkäufe eigentlich in Bangladesch hätten stattfinden müssen, wo Designerirgendwas wirklich produziert wird.

Designer sind Leute, die sich über Formen und Funktionen Gedanken machen. Sie sorgen dafür, dass Pullover Ärmel haben und Trinkbecher oben offen sind. Sofas sollten Flächen zum Sitzen und Anlehnen haben und möglichst nicht aus splittrigem Bauholz bestehen. Dass man Designer nicht Gestalter nennt, liegt daran, dass sich Gestaltersofas kaum an jene Kunden verkaufen lassen, die trotz ihrer modernen, urbanen Lebensweise voller Individualität gar nicht mehr beurteilen können, ob sie ein Sofa einfach schön finden oder nicht.