Es sollte das weltweit modernste Zulassungssystem für Studienplätze sein, die schnelle, digitale Vermittlung von Bewerbern in Studiengänge. 15 Millionen Euro hat der Bund investiert, um das sogenannte dialogorientierte Serviceverfahren entwickeln zu lassen. Bislang bewerben sich Abiturienten an mehreren Hochschulen gleichzeitig, um einen Studienplatz zu erhalten. Die Unis gleichen die Daten aber nicht untereinander ab. In der Folge bekommen Bewerber gleich mehrere Zusagen, können aber nur eine annehmen. So bleiben jedes Jahr Tausende Studienplätze unbesetzt. Wird ein Kandidat nach dem neuen System zugelassen, fällt seine Bewerbung zugleich für alle anderen Unis weg. Doch in diesem Sommersemester wurden bundesweit gerade einmal 1614 Studenten auf diese Weise vermittelt, etwa zwei Prozent aller Studienanfänger. Das liegt auch daran, dass bislang nur 45 von 271 Hochschulen mitmachen. Wie viele Studienplätze nicht besetzt werden konnten, ist nicht bekannt. Im vergangenen Wintersemester waren es 13.000. Die Kultusministerkonferenz hat beschlossen, diese Zahl nicht mehr zu erheben – sie fürchtet wohl negative Schlagzeilen. Denn die Zahl zeigt, wie notwendig ein neues Zulassungssystem ist – und wie schlecht es bislang läuft. Es kann aber nicht die Lösung sein, lieber zu schweigen als zu handeln. Die Ursache für das bisherige Desaster sind technische Probleme: Die Programme an vielen Unis sind zu alt, um mit dem modernsten System der Welt zu kommunizieren.