Was die Grünen auszeichnet, ist der Blick fürs Wesentliche. Mögen sich andere mit Abhörskandalen, Wirtschaftskrisen oder ähnlichen Lappalien herumschlagen, sie erkennen klipp und klar, wo derzeit tatsächlich dringlicher Handlungsbedarf besteht. Und zwar bei den Fiakerpferden in Wien, die von Hitzetemperaturen gequält werden. Folgerichtig fordert man nun Hitzeferien für die geplagten Rösser. Aber nicht nur die Temperaturen sind ein Problem, auch die Belastung durch Fliegen. Die respektlosen Insekten stören die Wiener Wahrzeichen während der Arbeitszeit. Natürlich gibt es Tierquäler, die behaupten, Pferde seien Steppentiere und von Natur aus an Hitze gewöhnt. Oder gar einwenden, dass ein Kutscher vielleicht noch stärker von hochsommerlichen Arbeitsbedingungen in Mitleidenschaft gezogen sei. Unsinn, entschlossenes Handeln muss diesem Skandal ein Ende bereiten. Zunächst einmal sollte ein gesetzlicher Urlaubanspruch von sechs Wochen für Pferde eingeführt werden; ebenso ein Anrecht auf ein 13. und ein 14. Monatsgehalt. Ab einer Temperatur von 25 Grad sollten keine Kutschen mehr in Bewegung gesetzt werden dürfen. Deutsche oder italienische Touristen sollen sich an solchen Tagen eben zu Fuß einen Sonnenstich holen. Zudem müssten Fliegen im Stadtgebiet verboten werden. Doch sollte echter Tierschutz nicht bei Pferden haltmachen. Wer denkt an die Milliarden unschuldiger Gelsen, die zurzeit nicht genug Nahrung finden und mit Chemie bekämpft werden. Eine nationale Gelsen-Hilfsaktion muss die logische Folge sein. Mit einem Solidaritätssong, Sammlungen und Asylheimen für hungrige Gelsen. Initiiert von den Grünen natürlich.