Er stammte von einer Insel im Norden. Dass er seiner großen Liebe und zweiten Ehefrau dann aber auf einer Insel im Süden begegnete, mögen beide als schicksalhafte Bestimmung empfunden haben – zumal sie aus einem Land kam, das sorgar noch nördlicher liegt als seine Heimatinsel. Doch von nun an spielte das keine Rolle mehr; Norden, Süden, Westen – wohin auch immer es sie zog, sie blieben unzertrennlich. Er, der kreative Gestalter, Tüftler und Visionär; sie, die erstaunlich viele Rollen in ihrer Person zu vereinen wusste: Bewunderin und Begleiterin, Managerin und Muse, Geliebte und Gefährtin, alsbald auch Mutter einer gemeinsamen Tochter. Erst sein gänzlich unerwarteter Tod riss das Paar nach 36 Jahren auseinander, mitten in den Vorbereitungen zu seiner Werk- und Lebensschau.

Noch lange danach beklagte sie den schmerzlichen Verlust: "Nach seinem Tod ... musste ich mich erst mal auf mich und meine Zukunft ohne ihn einstellen. Ich wusste ja gar nicht, wie es weitergehen sollte." So eng verbunden er sich privat zeigte, so frei und experimentell verlief hingegen sein berufliches Leben. Konventionen befremdeten und störten ihn, jedes Risiko war ihm lieber als drohender Stillstand. "Die meisten möchten nur das, was sie gewohnt sind", kritisierte er seine Zeitgenossen. Er hingegen wollte Abwechslung, verlangte nach Fantasie und Farbe.

Als junger Mann war er mit einem Freund und Kollegen drei Jahre lang in einem zum Zeichenbüro umgebauten VW-Bus durch Europa getourt. Und auch in späteren Jahren unterhielt er immer wenigstens zwei Wohnsitze. Vermutlich brauchte er das Reisen, das Schauen, Entdecken und die Inspiration wechselnder Eindrücke, um selber immer wieder Neues schaffen zu können. Dabei war die Skulptur, die nach wie vor als sein Markenzeichen gilt, ein Gebrauchsgegenstand. Doch er schuf daraus ein Kunstobjekt, in fließenden Formen und starken Farben: "Man sitzt bequemer auf einer Farbe, die man mag." Heute gilt er als einer der Größten seiner Zunft, ja seines Jahrhunderts. Und der Stoff, mit dem er Kunst erschuf, war nichts anderes als – Kunst-Stoff. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 29:

Isabella von Kastilien (1451 bis 1504) heiratete 1469 Ferdinand II. von Aragón und trat 1474 die Nachfolge ihres Halbbruders Heinrich IV. an. 1492 fiel als letzte maurische Festung Granada in ihre Hand, dort liegt sie begraben. Papst Alexander verlieh dem Paar den Titel "Katholische Könige"