Jeden Tag finde ich in meinem Mail-Account Studien, Statistiken und Analysen, die mir helfen sollen, die Finanzwelt besser zu verstehen. Viele davon sind dick und stehen im Widerspruch zu anderen, sodass am Ende des Tages das Gefühl bleibt, die Zahlen folgen womöglich reiner Willkür. Sieht man aber genauer hin, erzählen sie auf ihre eigene Weise doch etwas über die Finanzwelt von heute.

Auf einer Konferenz sagte ein Manager von Goldman Sachs laut Financial Times, die Investmentbank habe keine Probleme, Leute zu gewinnen. 50.000 bis 70.000 Bewerbungen pro Jahr, für die 350 Praktikumsplätze habe es 17.000 Interessenten gegeben.

Mitte Juni: Das Vermögen der High Net Worth Individuals – Menschen, die über mehr als eine Million Dollar frei verfügen können – ist laut Capgemini 2012 um zehn Prozent gestiegen, auf ein neues Rekordhoch von 46,2 Billionen Dollar. Anfang Juli: Von April bis Juni haben Private-Equity-Fonds – also Finanzinvestoren, die Unternehmen aufkaufen, aufmöbeln und abstoßen – neue Mittel in Höhe von 122 Milliarden Dollar eingesammelt. Das ist dem Datendienst Preqin zufolge der höchste Quartalswert seit dem vierten Quartal 2008.

Anfang Juli: In einer Studie der Esma, der europäischen Behörde für Wertpapieraufsicht, steht, dass in Deutschland 2012 eine Million strukturierte Finanzprodukte für Privatkunden auf den Markt kamen– 2007 waren es 162.000. Für ein Sample von strukturierten Produkten, betrachtet über einen längeren Zeitraum, errechnet die Behörde eine jährliche Rendite von 2,5 Prozent.

Mitte Juli: Das von Verwaltern weltweit betreute Vermögen ist nach Berechnungen der Boston Consulting Group 2012 um neun Prozent gestiegen – auf 62,4 Billionen Dollar. Damit liegt es deutlich höher als zu Beginn der Finanzkrise: Im Jahr 2007 waren es noch 57,2 Billionen Dollar. Zahlen, nichts als Zahlen. Nichts als Zahlen?