Vom Schicksal Begünstigte leben in Bamberg, dieser schönsten aller deutschen Städte. Und einige Auserwählte sogar im Herzen der Stadt, unmittelbar an der Unteren oder Oberen Brücke mit Blick auf das einzigartige Rathaus mitten in der Regnitz. Nach der Schule ging ich oft ins Hutgeschäft Holland an der Unteren Brücke, um dort Schach, und gelegentlich auch ein paar Schritte weiter zur Oberen Brücke, um im Hause Lossa Tischtennis zu spielen. Auf einem alten, knapp einen Meter großen quadratischen Tisch.

Doch irgendwann war all das vorbei, die Gebrüder Günter und Werner Lossa gingen zwar nicht in die Welt, aber wurden in Bamberg ein beziehungsweise besser gesagt zwei Begriffe: der "Krankenhaus-Lossa" und der "Schul-Lossa". Werner als geschäftlicher Leiter des Klinikums, Günter als Leiter des Schulamts Bamberg.

Doch Günter verstand nicht nur etwas von Schule, sondern auch vom laut Bobby Fischer (der mehrfach in Bamberg war) ungleich wichtigeren Schach. Er half dem Schachclub 1868 Bamberg, dreimal Deutscher Mannschaftsmeister zu werden, er schrieb ein beliebtes Lehrbuch, 35 Jahre hielt er Schachkurse an der VHS, seit 45 Jahren leitet er die Schachspalte im Fränkischen Tag, und er schuf seine ureigene "Unsterbliche", als er bei einem Blitzturnier 1965 im Clublokal Café Müller den sowjetischen Weltmeister Tigran Petrosjan bezwang. Mit welchem Überfall kam Günter als Weißer entscheidend in Vorteil?

Lösung aus Nr. 31:

Wie konnte Weiß in drei Zügen matt setzen? Nach 1.Sf7+! gab Schwarz schon auf, weil er nach 1...Ke8 2.Tc8+ Kd7 3.Td8 matt ist. Allerdings hätte Weiß auch mit 1.e6! schnell gewonnen (1...Th6+ 2.Ke5)