Die größten Kunden von Liquid Robotics sind allerdings nicht die Forschungsinstitute. "Die Roboter sind ideal geeignet, um langwierige, langweilige und gefährliche Aufgaben zu übernehmen", sagt Bill Vass. Dazu gehört auch: die Küstenlinie entlangpatrouillieren, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Militärs auf der ganzen Welt haben Wave Glider im Einsatz, die USA und Brasilien sind darunter, mehr will Vass nicht sagen. Die Glider fahren entlang der Küste auf und ab, machen Fotos und horchen in die Dunkelheit hinein nach Schiffsgeräuschen.

An Land können die Mitarbeiter auf dem Computer dann in Echtzeit kontrollieren, was draußen los ist. Denn die schwimmenden Drohnen sind über Funk ständig verbunden mit ihrer unmittelbaren Umgebung und mit dem Schiffsverkehr; über Satellit kommunizieren sie mit ihren "Piloten" an Land, die ihnen ihre Aufgabe zugeteilt haben. Kommt ein Wave Glider nicht zurecht, etwa weil er mehreren Schiffen ausweichen muss und keine Route findet, klingelt es bei seinem Piloten auf dem Handy. Der kann sich dann an den Computer begeben und das Steuer übernehmen.

Für BP haben Wave Glider Millionen an Messdaten gesammelt

Zu den intensivsten Nutzern der Wave Glider gehörten von Anfang an auch Ölfirmen. Schon an der Oberfläche erkennen mit entsprechenden Messinstrumenten ausgerüstete Wave Glider, dass sich am Meeresgrund eine Ölquelle befindet. Diese Technik lässt sich auch nutzen, um die Ölförderung besser zu kontrollieren. Hat eine Ölplattform ein Leck, sodass massenhaft Öl ins Meer gelangt? Wie groß ist ein Ölteppich, der nach dem Kentern eines Tankers entstanden ist? Ist die Ölpipeline wirklich dicht? Für den Konzern BP haben vier Wave Glider inzwischen mehrere Millionen Messdaten über die Wasserqualität gesammelt. Allerdings nützt das allein noch nicht viel. Dass alle Erkenntnisse daraus an die Öffentlichkeit gelangen, darf bezweifelt werden.

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Die kalifornische Scripps Institution of Oceanography versucht sogar, mithilfe der Wave Glider Leben zu retten: Man möchte die nächste große Welle vorhersagen. Als am 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean die Erde bebte, tötete der ausgelöste Tsunami mehr als 200.000 Menschen, die meisten in Indonesien. Seitdem arbeitet man an Frühwarnsystemen für Erdbeben. Zahlreiche Sensoren, die die Erdbewegung aufzeichnen, sind inzwischen auf den Meeresgrund versenkt worden. Allerdings reicht ihre Funkverbindung nur bis zur Wasseroberfläche, oft sammeln nur alle paar Monate Schiffe die Daten ein.

Die Wave Glider sollen nun einfach über den Sensoren in der Tiefe dümpeln, die Daten in Echtzeit ablesen – und bei einem Beben per Satellit sofort einen Notruf absetzen.