Ich weiß nicht mehr, in welche Böden Europas ich Heringe hämmerte. Auf wie vielen Campingplätzen ich in sonnendurchglühten Zelten gebacken wurde. Oder vom Regen aufgeweicht bis auf die Knochen. Aber ich erinnere mich an steife Muskeln beim Aufwachen im Morgengrauen und die unausweichlichen Ravioli, auf dem Gasbrenner erhitzt. In der Dose. Nein, ich laufe nicht Gefahr, die Zelturlaube meiner Jugend zu verklären. Sie waren meist einfach zu heiß, zu kalt oder zu nass. Irgendwann hatte ich genug davon, mich mit den Elementen zu messen, und bevorzugte fortan Hotels.

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Aber jetzt lasse ich mich noch einmal hinreißen. Denn die Hamburger Manufaktur 3DOG camping hat ein Zelt auf Rädern entwickelt. Man hängt einen dezenten kleinen Anhänger ("Tieflader-Kasten-Bauweise") ans Auto. Darauf befindet sich ein geräumiges Wohnzelt mit allem Komfort. Ist so was wie ein Klappfix und in null Komma nix aufgebaut. Es hat eine Wasserwaage, um das Bett perfekt auszurichten. Ein richtiges Bett! Die aufklappbare Küche hat einen 40-Liter-Wassertank und zwei Gaskochfelder! Voll beladen darf der Anhänger 750 Kilo wiegen. Doch der TrailDog macht sich kaum bemerkbar, als er auf der Autobahn in Richtung Ostsee an der Kupplung des Passat Kombi hängt, maximal 100 Stundenkilometer dürfen wir fahren. Außerdem ist der Anhänger flach und bietet kaum Angriffsfläche für Seitenwind. Wir cruisen entspannt nach Zingst. Der Zeltplatz Am Freesenbruch ist ein Fünfsterne-Campingplatz mit Sauna, Hundedusche, Fischputzplatz. Bei schlechtem Wetter kann man ins Solarium gehen. Der TrailDog wird als Zelt eingestuft, deshalb bekommen wir einen Platz ganz hinten bei den Iglus. Wir lernen diesen diskreten Standort schätzen. Denn der smarte Luxus-Wigwam ist Dauergesprächsthema. Morgens, wenn wir nach dem Aufwachen in die Sonne blinzeln, sitzen gegenüber schon Uschi und Detlef aus Höxter und stellen interessierte Fragen zur Ausstattung.

Ein Tag mit dem TrailDog kostet fast so viel wie ein Hotelzimmer. Und er ist mindestens genauso komfortabel. Verbessern könnte man ihn allenfalls noch, indem man ihn elektrisch auseinander- und zusammenfahren ließe wie ein modernes Cabriodach. Erst bei der Abreise kommt der Härtetest: Es regnet. Da dauert der Abbau zwei Stunden. Und wir werden endlich klitschnass. Wie früher.

Technische Daten

Wohnfläche: aufrüstbar bis 36 qm
Bett: 180 cm x 200 cm
Leergewicht: 180 kg
Zuladung: 570 kg Fassungsvermögen
Laderaum: 1.280 Liter
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Basispreis: 8.950 Euro
Miete: ab 55 Euro pro Tag

Margit Stoffels ist Mitarbeiterin im ZEITmagazin