Die Lage am Arbeitsmarkt ist mies bis katastrophal: immer mehr Niedriglöhner, immer mehr prekär Beschäftigte, immer mehr Aufstocker. Dieses Bild zeichnen die Oppositionsparteien im Wahlkampf. Die Regierung malt dagegen alles in Rosarot. Wer hat recht?

Diese Seite soll ZEIT-Lesern ermöglichen, sich ein eigenes Bild zu machen. Sie zeigt die wichtigsten Entwicklungen, seit Angela Merkel Regierungschefin wurde, also seit 2005 (soweit Daten vorhanden). Bis 2009 regierte Merkel mit Unterstützung der SPD, danach in einer Koalition mit der FDP. Während der gesamten Zeit dürften sich allerdings auch noch die Arbeitsmarktreformen von Rot-Grün ausgewirkt haben. Außerdem beeinflusst die Konjunktur den Arbeitsmarkt. Im Jahr 2009 stürzte die Wirtschaft in eine tiefe Rezession, danach erholte sie sich rasant, und seit 2012 wächst sie im Null-Komma-Bereich (2012: +0,7 Prozent). Die aktuelle Lage des Arbeitsmarktes zu beurteilen ist nicht einfach. Noch schwieriger ist eine Antwort auf die Frage nach der Verantwortung: Wessen Verdienst sind die Erfolge, wer ist schuld an Missständen?

Werkverträge, über die in jüngster Zeit viel diskutiert wird, erscheinen hier nicht. Dazu fehlt es an zuverlässigen Statistiken. Es handelt sich dabei auch nicht um Arbeitsverträge, sondern um Verträge von Selbstständigen oder Unternehmen. Betroffene gehen in die hier abgebildeten Statistiken aber ein – etwa als Solo-Selbstständige, als normale Angestellte oder Niedriglöhner.

Im Gegensatz zu einer sonst in den Medien (auch in der ZEIT) verbreiteten Praxis wurde bei keiner Grafik eine Achse verkürzt oder gestreckt. Dadurch erscheinen viele Trends, ob gute oder schlechte, weniger dramatisch – dafür aber realitätsgetreuer.