In der früheren Sowjetunion gab es mehr organisierte Schachspieler als Fußballspieler. Die meisten Menschen dort hatten zumindest an Läufern und Springern gerochen. Wen wundert’s, dass sich bei diesem Potenzial auch ein paar Milliardäre darunter befinden. Einer von ihnen ist Andrej Filatow, der sein Studium in Minsk als diplomierter Sport- und Schachlehrer abschloss. Zu Reichtum gelangte er allerdings mit einem 1996 gegründeten Frachttransportunternehmen. Doch der Mensch lebt nicht von Lastwagen, Güterzügen und einem dicken Bankkonto allein, der Schachliebhaber Filatow jedenfalls liebt auch die Kunst. Also ermöglichte er es, dass die letzte Weltmeisterschaft zwischen dem indischen Weltmeister Viswanathan Anand und dessen israelischem Herausforderer Boris Gelfand, seinem Kumpel aus Minsker Zeiten, in der Moskauer Tretjakow-Galerie und dass heuer das Aljechin-Memorial zu Ehren des einstigen russisch-französischen Weltmeisters (1927 bis 1946) zweigeteilt im Pariser Louvre und dem Russischen Museum in St. Petersburg ausgetragen wurde. Gewissermaßen "Museumsschach"– ein würdiger Rahmen für das königliche Spiel.

Es siegten schließlich gemeinsam sein Freund Gelfand und der Armenier Lewon Aronjan vor unter anderen Anand und Kramnik.

Wie gewann Aronjan als Weißer am Zug "neckisch" gegen Kramnik, obwohl dessen Freibauer e2 sich mit Schachgebot zu verwandeln droht?

Lösung aus Nr. 36:

Nach welch prächtigem schwarzen Opferschlag war Weiß verloren? Das Damenopfer 1...Dxf2+! hätte bei Annahme mit 2.Kxf2 zum Bilderbuchmatt durch 2...Sxe4++ (Doppelschach!) 3.Ke1 Lf2 geführt. Weiß schleppte sich in hoffnungsloser Lage mit 2.Kh1 Sc5xe4 noch eine Zeit lang dahin