Ob Shoppen oder Kollegentratsch – das Internet hat wichtige Dinge im Leben radikal vereinfacht. Für das allermeiste reicht heute ein Klick, Beispiele belegen das: Früher, bevor das Netz auf die Welt gekommen ist, musste man sich in stickige Umkleidekabinen zwängen. Heute kommt das Kleid per Klick. Ähnlich überflüssig wie Umkleidekabinenluft ist es geworden, sich mit Arbeitskollegen in der Kaffeeküche zu verabreden, um die neuesten Verfehlungen des Vorgesetzten ans Licht zu befördern und zu bewerten. Auch hier genügt: der Klick.

Sechs Angestellte des Sheriffs von Hampton, Virginia, haben das früh erkannt. Als er zur Wiederwahl anstand, verteilten sie auf der Facebook-Seite seines politischen Kontrahenten leise Likes. Blauer Daumen hoch für den anderen, diese Botschaft war nicht schwer zu verstehen – die Mitarbeiter wollten endlich einen neuen Chef. Es kam dann doch alles ganz anders, der Amtsinhaber gewann die Wahl überraschend wieder und klickte, Entschuldigung: kickte seine Mitarbeiter allesamt aus dem Büro.

Die Kündigung sei nicht rechtens, hat ein US-Gericht jetzt entschieden; die Meinungsfreiheit sei auch dann geschützt, wenn im Netz gelästert werde. Die Kläger hatten Glück. Sie dürfen zurück an ihren alten Arbeitsplatz. Zu ihrem alten Chef.