Ende vergangener Woche war Weltkindertag, was hierzulande wegen der Bundestagswahl allerdings kaum jemand registriert hat. Deswegen dürfte auch eine Mitteilung des Bundes der Versicherten weitgehend unbeachtet geblieben sein, obwohl sie einen wichtigen Punkt ansprach: Eltern sollten ihre Kinder nicht überversorgen. Erst recht nicht mit den zahlreichen Angeboten der Versicherungswirtschaft.

Assekuranzen haben Kinder und Jugendliche längst als Zielgruppe entdeckt und bieten ihnen alles Mögliche an: Altersvorsorge-, Zahnzusatz- und Ausbildungsversicherungen zum Beispiel. Die ein oder andere Versicherungspolice mag ja sinnvoll sein. Etwa eine Risikolebensversicherung, damit das Kind beim Tod der Eltern wenigstens finanziell abgesichert ist (die müssen aber die Eltern für sich abschließen, nicht für ihr Kind!). Hingegen ist der Ausbildungsschutz dem Bund der Versicherten zufolge überflüssig. Denn normalerweise wird eine Ausbildungsversicherung als Kapitallebensversicherung konstruiert: Man spart monatlich eine bestimmte Summe, und wenn die Ausbildung ansteht – etwa ein Studium –, wird der Betrag ausgezahlt. Stirbt der Beitragszahler, bevor das avisierte Sparziel erreicht wird, stockt die Versicherung den fehlenden Rest auf. Wie immer bei Kapitallebensversicherungen wird aber nur ein Teil des Monatsbeitrags gespart, der Rest geht unter anderem für Provisionen und die Absicherung der Risiken drauf. Je nach Versicherung spart man bisweilen nur die Hälfte der Monatsbeträge. Und selbst die werden derzeit nur schlecht verzinst.

Es stimmt zwar: Bildung öffnet Zukunftschancen, und ein Studium ist teuer. Insofern sollten Eltern für ihre Kinder vorsorgen. Zuvor sollten sie sich aber um ihre eigene finanzielle Allgemeinbildung kümmern. Sie werden schnell bemerken, dass eine "Ausbildungsversicherung" verführerischer klingt, als sie ist. Klassisch zu sparen und für den Notfall eine Risikolebensversicherung abzuschließen dürfte besser sein.