Die Frage: Fiona lernt auf einem Geburtstagsfest Max kennen. Sie lebt getrennt von ihrem Ehemann und zieht einen schulpflichtigen Sohn auf. Ob sie schon wieder eine feste Beziehung möchte, weiß sie nicht genau, aber es ärgert sie doch, dass Max so kategorisch sagt, er wolle sich nicht binden. Er ist Pilot und viel unterwegs. Max schwingt zwar periodisch das Single-Fähnchen, ist aber ein aufmerksamer und sehr verlässlicher Liebhaber, der sich von jedem Flugziel meldet. Nach einiger Zeit entwickelt Fiona einen Widerwillen gegen das Wort time slot, das Max regelmäßig benutzt, wenn sie ihre gemeinsame Zeit planen. Sie taucht dann ein paar Tage ab. "Ich hasse deine time slots", platzt es einmal aus ihr heraus. Max entgegnet: "Wie sollen wir uns sonst organisieren?"

Wolfgang Schmidbauer antwortet: Zeitfenster (time slots) und Zeitscheiben (time slices) sind Geschenke der Technologie an die deutsche Sprache. Flughäfen vergeben time slots an Piloten. Ohne diese Praxis würden alle in den besten Zeiten starten oder landen wollen. Max will bei Fiona nach seinen Regeln landen und starten; Fiona möchte nicht Lückenfüller in seinem Monatsplan sein.

Ich vermute, dass Fiona das Scheitern ihrer Ehe noch belastet und sie nicht frei für einen Neuanfang ist. Wo Liebende beginnen zu rechnen, ist Angst im Spiel. Max fürchtet um seine Freiheit, Fiona hat Angst, sich in Max zu verlieben und am Ende nicht mehr nur verärgert, sondern geradezu unglücklich zu sein, weil sie in seine time slots passen soll. Sie stehen am Ende einer Affäre und müssen herausfinden, wie es weitergehen soll.