Noch bis zum 28. September spielen die Chinesin Hou Yifan (19) und die Ukrainerin Anna Uschenina (27) um den Weltmeistertitel der Frauen und um 200.000 Euro Preisfonds. Von beidem können deutsche Frauen nur träumen. Liegt dieses Hinterherhinken daran, dass im Deutschen Schachbund nur 4 Prozent der Mitglieder weiblich sind und selbst beim Rugby und Boxen der Frauenanteil größer? Haben Frauen hierzulande Besseres zu tun, oder ist ihnen, horribile dictu, das königliche Spiel gar zu langweilig? Schlaue Menschen zerbrechen sich in regelmäßigen Abständen darüber den Kopf, sicher wird das bald Früchte tragen! Oder ist es schon so weit?!

Als Ende Mai die Wassermassen auch die Altstadt von Meißen überfluteten, konnte dennoch auf der anderen Elbseite trockenen Fußes Schach gespielt werden. Und eine 17-Jährige, die gerade ihr Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,2 geschafft hatte, wuchs über sich hinaus. Nicht nur hätte Filiz Osmanodja als Letzte der sechs "Überlebenden" bei einem Uhren-Handicap dem armenischen Weltranglistenzweiten Levon Aronjan beim Kampf "Mann gegen Mann" (Zeitschrift Schach) in einem langen Endspiel fast ein Remis abgetrotzt, sie erzielte beim Mitropa-Cup für Deutschland 8 Punkte aus 9 Partien, ein überragendes, ganz undeutsches Ergebnis.

Tja, und den schwarzen König der Italienerin Simina setzte sie als Weiße am Zug in wenigen Zügen zwangsläufig und wunderschön zugleich matt. Wie?

Tja, und den schwarzen König der Italienerin Simina setzte sie als Weiße am Zug in wenigen Zügen zwangsläufig und wunderschön zugleich matt. Wie?

Lösung aus Nr. 39:

Wie setzte Weiß am Zug herrlich matt? Nach 1.Sf6+! hätte die Königsflucht 1...Kh8 zum selten schönen Matt durch 2.Sg6+! fxg6 3.Dxh6+! gxh6 4.Th7 geführt. Schwarz nahm das Springeropfer mit 1...gxf6 an, gab aber nach 2.Dg3+ Kh7 (2...Kh8 3.Sxf7+ Txf7 4.Tc8+ Kh7 5.Dg8 matt) 3.Txf7+! wegen 3...Txf7 4.Dg6+ Kh8 5.Sxf7 matt auf