Kopfläuse leben davon, dass sie Blut aus der Kopfhaut des Menschen saugen. Diese Blutmahlzeit brauchen sie regelmäßig, alle paar Stunden. Außerhalb des Kopfes können sie eine Weile überleben, aber nicht lange: maximal ein bis zwei Tage.

Theoretisch wäre es also möglich, dass eine Laus sich im Kuscheltier eines Kindes festsetzt und zu einem anderen Kind wechselt, wenn dieses damit spielt. Das aber kommt praktisch nicht vor: Wissenschaftler haben schon des Öfteren Läuse gezählt, auf Kinderköpfen und auf Mützen, Kissen und Stofftieren. Sie fanden Tausende von Läusen auf den Köpfen der Kinder – aber so gut wie keine auf den Textilien.

Die Kopfläuse werden also fast ausschließlich von Kopf zu Kopf übertragen. Sie können dabei auch nicht hüpfen, sondern klettern bei engem Kontakt von einem Schopf auf den anderen. Deshalb kann man sich auch auf die Behandlung des Kopfes konzentrieren – es ist nicht notwendig, Bettwäsche und Textilien im großen Maßstab mit Insektenbekämpfungsmitteln einzunebeln. Man geht am besten mit lokal wirkenden Chemikalien gegen die Parasiten vor.

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Es ist also auch ein Vorurteil, dass der Befall mit Kopfläusen das Resultat von mangelnder Hygiene zu Hause ist. Im Gegenteil: Auf frisch gewaschenen Haaren nisten sich die Insekten lieber ein als auf ungepflegten.

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