Camus und die Frauen. Ein schwieriges Kapitel in seinem Leben, nicht das beste. "Außer in der Liebe ist die Frau langweilig" – leider gibt es diesen schrecklichen Satz in seinen Tagebüchern. Dennoch war sein Leben voller Frauen, meist Schauspielerinnen, Künstlerinnen, Journalistinnen, in die er sich in großer Zahl, nun ja, verliebt hat. In seinen Werken sind sie Statistinnen, animierte Requisiten wie die Stenotypistin, mit der der "Fremde" nach der Beerdigung seiner Mutter erst ins Kino und dann ins Bett geht. Camus liebt es, noch die entlegensten Körperteile des Mannes zu beschreiben, die Ränder der Ohren, die Fußgelenke, die sehnigen Schultern, die Brauen, die Lippen, den Hals. Der Körper ist die härteste Währung in seinem Universum. Er ist sein Evangelium. Doch in der Beschreibung des weiblichen Körpers ist er ein Analphabet. Von einer Mutter heißt es, sie sei "ein unförmiges Tier". An jungen Frauen beeindrucken ihn die "teilnahmslosen Mienen" und die "natürliche Einfalt".