Marine Le Pen ist in eine Pfütze getreten. Jetzt hat sie Dreck am Stiefel. Doch sie denkt nicht daran, ihn abzuwischen. Die Parteichefin des rechten Front National (FN) gibt sich an diesem Oktobersonntag kumpelhaft und volkstümlich, stapft im blauen Dufflecoat durch Brachay, ein Dorf in der Champagne. Muss man sich vor ihr fürchten? "Die Umfrage, die Angst macht", titelte vergangene Woche das Pariser Magazin Le Nouvel Observateur und zeigte die blonde Nationalistin neben einer Zahl, der 24. So viel Prozent der Stimmen würde ihre Partei, einer Umfrage zufolge, bei den Europawahlen erzielen, wenn jetzt gewählt würde. Damit liegt sie erstmals landesweit vor allen anderen.