Povero Silvio! Vier Jahre Kittchen wegen Steuerbetrugs, sieben Jahre für bezahlten Sex mit Ruby, ein Jahr für die Veröffentlichung eines illegal abgehörten Telefonats plus zwei weitere Verfahren wegen Bestechung und Amtsmissbrauch – das macht locker 20 Jährchen. Für einen 77-Jährigen kein Pappenstiel, am Ende müsste der insolvente italienische Staat dem Milliardär noch Bettpfanne und Schnabeltasse finanzieren. Auch deshalb ist die Justiz wild entschlossen, Altersgnade walten zu lassen, sprich: vier Jahre Knast gegen ein Jahr "Sozialdienst". Demnach wäre il presidente nach fünf Jahren, mit 82, wieder ein freier Mann. Zwar ist noch nicht klar, als was Berlusconi seinen Dienst abzuleisten gedenkt, an Betätigungsfeldern aber herrscht kein Mangel. Auf Lampedusa gibt es per se viel zu tun, aber auch hoch im Norden, in Reinhold Messners gefühlten 77 Alpenmuseen werden immer Kartenabreißer gesucht. Knöllchenverteiler in Rom, Müllmann in Neapel, Reinemachkraft in der palermitanischen Gerichtsmedizin? Bella Italia, du Land der unbegrenzten Möglichkeiten! In den größten sauren Apfel freilich hat der Ex-Premier von selber gebissen: Seine Verlobte Francesca P., 28, von der er sich unlängst noch "einen Hauch Jugend" versprach, soll zu Hause nicht nur ein scharfes Regiment führen, sondern auch noch lesbisch sein. Povero Silvio! Am Ende bleibt dem Freund der Frauen doch nur das saudi-arabische Exil. Da wandern Weibsbilder noch hinter Gitter, wenn sie sich geschlechtswidrig verhalten. Zum Beispiel indem sie Auto fahren, was nach Ansicht islamischer Geistlicher die Eierstöcke schädigt. Derzeit sitzen 14 renitente Kraftfahrzeuglenkerinnen in saudischen Gefängnissen ein. Auch um Aufschluss über den Zustand ihrer Eierstöcke zu gewinnen, sollte die Welt Silvio B. zum Dienst dorthin entsenden.