Wieder einmal haben Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die Chefs der Deutschen Bank, sehr viel Geld zurücklegen müssen. 4,1 Milliarden Euro hält ihr Institut nun bereit, um mögliche Strafzahlungen infolge zahlreicher Rechtsstreitigkeiten begleichen zu können. Dazu kommen potenzielle Belastungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, für die noch keine Rücklagen gebildet sind. Ob fragwürdige Hypothekengeschäfte, Zinsmanipulationen oder der Umgang mit dem Medienunternehmer Leo Kirch: Die Sünden der Vergangenheit wiegen schwer für Deutschlands führende Bank.

Anderen geht es kaum besser. Die niederländische Rabobank zahlt fast eine Milliarde Euro Strafe, die US-Bank J.P. Morgan gar fast vier Milliarden Euro – und weitere werden folgen. Meist ähneln sich die Deals im Ausland: Die Staaten zeigen Härte, die Banken Reue, doch an den Strukturen ändert sich wenig – zu wichtig sind die Banken für die Wirtschaft und die Finanzwelt, vor allem in New York und London.

So manche Bank mag da versucht sein, die Finanzkrise abzuhaken. Die Deutsche Bank aber sollte ihren Kulturwandel noch forcieren. Jede zurückgelegte Milliarde erinnert daran, dass es dafür neben moralischen Argumenten auch ökonomische gibt. Nur eine bessere Firmenkultur beugt neuen Sünden im nächsten Boom vor – und so auch neuen Strafen.