Unfassbar, wie heutzutage mit den Stützen der Gesellschaft umgegangen wird. Da wollte man etwa mit Raubrittermethoden in bestehende Pensionen der Nationalbank eingreifen und jedem der ehemaligen Mitarbeiter 200 Euro monatlich von den ohnehin kargen Ruhestandszahlungen abpressen. Gleichheit ist ja prinzipiell etwas Schönes. Vor dem Gesetz zum Beispiel. Aber es kann keine Gleichheit geben nach dem Gesetz. Was liegt, das pickt! Ob bedenklich oder nicht, ist gleichgültig. Jetzt wurde der Nationalbank auch noch vorgeworfen, eine luxuriöse Freizeitanlage zu unterhalten. Lächerlich, handelt es sich dabei doch lediglich um ein Seminarzentrum mit Schwimmbecken, für dessen Unterhalt jährlich läppische 300.000 Euro aufgewendet werden. Letztendlich bringt das der Notenbank aber viel mehr, als es kostet: die Zufriedenheit der dankbaren Mitarbeiter. Denn dort, im Nationalbank-Freizeitpark, können die Kinder der Angestellten "in einer umzäunten Anlage in einem beaufsichtigten Becken planschen", wie der Betriebsrat den Aufwand rechtfertigt. Das sei vor allem familienpolitisch sehr viel wert, "da man nicht in ein städtisches Bad gehen muss". Also, was noch alles? Soll den Kindern der Nationalbanker wirklich zugemutet werden, mit dem Nachwuchs von ganz normalen Gehaltsempfängern ein Schwimmbecken teilen zu müssen? Und wer kommt dann für den Schaden auf, wenn sich dort so ein Banker-Bub mit einer städtischen Krankheit ansteckt, die er an die Eltern weitergibt, die sie an ihre Arbeitskollegen übertragen, woraufhin in den Devisenreserven eine Epidemie ausbricht, weshalb der gesamte Geldkreislauf des Landes unter Quarantäne steht? Eben! Na bitte.

Der nächste Schritt wäre es dann vielleicht noch, dass selbst die obersten Bankangestellten gezwungen werden, wie der stinknormale Lohnsteuermob mit der U-Bahn zur Arbeit zu fahren. Privilegien sind nun einmal angestammte Rechte. Der Begriff kommt von privus und heißt "für sich bestehend". Sie sind eben keine allgemeinen Gesetze, sondern eher Ausnahmen von der Regel. Privus ist im Übrigen nah verwandt mit privatus, was wiederum "geraubt" bedeutet. Das ist aber sicher nur zufällig so.