Manchmal hilft der Blick in den Rückspiegel auch beim Vorwärtskommen, etwa wenn es um die Frage geht, wie man Geld anlegt. Die Comdirect-Bank hat den Finanzwirtschaftsprofessor Markus Rudolf beauftragt, zu untersuchen, wie sich ein Vermögen entwickelt hat – je nachdem in welche Anlageformen es gesteckt wurde, und das auf lange Sicht und nach Abzug der Geldentwertung.

Das Ergebnis ist eindeutig: In den Jahren 1975 bis 2012 lief es mit Aktien am besten. Allerdings gab es auch in dieser Anlageklasse gravierende Unterschiede: Wer ein breites Portfolio von Aktien aus aller Welt hatte – wie man es heutzutage mit Indexfonds auch für kleinere Beträge erwerben kann –, erzielte eine reale Rendite von durchschnittlich 8,1 Prozent im Jahr. Mit 8,8 Prozent noch etwas besser entwickelte sich eine Anlage, bei der ausschließlich europäische Aktien gehalten wurden. Dagegen liefen deutsche Aktien mit einer Rendite von im Schnitt 4,7 Prozent deutlich schlechter.

Das ist aber immer noch ganz ordentlich, wenn man es mit Sparanlagen (1,7 Prozent) und Lebensversicherungen (2,2 Prozent) vergleicht. Anleihen waren mit einer realen Verzinsung von 4,2 Prozent in der Vergangenheit eine gute Geldanlage. Immobilien dagegen nicht. Berücksichtigt man die Inflation, fielen im Durchschnitt der Objekte und Jahre sogar Verluste an.

Die Studie zeigt aber auch, dass bei Aktien den langfristigen Ertragschancen starke kurzfristige Schwankungen gegenüberstehen. Vor allem bei deutschen Aktien ist die sogenannte Volatilität hoch. Das Risiko, bei einem Zeithorizont von einem Jahr mit Aktien Geld zu verlieren, beziffert Rudolf mit 39 Prozent. In dieser Hinsicht sind zum Beispiel Lebensversicherungen eine viel bessere Anlage. Solche langfristig laufenden Sparverträge mit angehängtem Versicherungsschutz haben dafür andere Tücken. Wer aus irgendeinem Grund vorzeitig an sein Geld gehen muss, verliert viel davon.