DIE ZEIT: Ihr jüngstes Buch heißt Gaga Feminism: Sex, Gender, and the End of Normal. Was ist Gaga-Feminismus?

Judith Halberstam: Gaga-Feminismus steht für eine spielerische Art im Umgang mit Geschlechterpolitik. In den letzten beiden Jahrzehnten haben sich unsere Vorstellungen von Körperlichkeit, Familie, Heirat, Intimität und Reproduktion radikal verändert. Wenn Männer schwanger werden können und Transgender-Leute das traditionelle, zweigeschlechtliche Verständnis von sexueller Identität infrage stellen, stehen wir tatsächlich am "Ende der Normalität". Gaga-Feminismus eröffnet neue Sichtweisen auf Männlichkeit, Weiblichkeit – und alles dazwischen.