Vor der Landung auf dem Aeroporto Eduardo Gomes von Manaus kurvt die Maschine noch einmal über dem Wasser. Der dunkle und der helle Fluss, Rio Negro und Rio Solimões – von hier an bilden sie gemeinsam den Amazonas, den mächtigsten Strom der Erde, mit einem Einzugsgebiet, zweimal so groß wie der indische Subkontinent. Jedes Flugzeug, das hier zur Landung ansetzt, hat Hunderte von Kilometern über undurchdringlichem tropischem Regenwald hinter sich.
Wenn die Flugzeugräder auf der Piste aufsetzen, qualmt es kurz, und auf dem Asphalt bleiben schwarze Abriebspuren zurück – wie bei jeder Landung auf jeder Rollbahn der Welt. In Manaus jedoch markieren die schwarzen Striemen nicht nur eine saubere Ingenieurleistung, sondern auch: eine Rückkehr an den Ursprungsort, nach 130 Jahren.