Wenn Ämter sensible Daten austauschen, sollen sie diese von jetzt an grundsätzlich verschlüsseln. Der Ölriese Petrobras – der offenbar ein so dankbares Spionageziel war, dass er in den Snowden-Unterlagen für die Unterweisung von Agenten-Neulingen auftaucht – wurde aufgefordert, erheblich mehr in den Ausbau seiner Computersicherheit zu investieren. Die Armee baut ihre Aktivitäten zur Verteidigung im Cyberspace aus, die bereits 2010 eingerichtet wurden.

Und doch geht es den Brasilianern nicht hauptsächlich um eine stärkere Abriegelung des nationalen Netzes, wie es in China, im Iran oder in Bahrain betrieben wird. Lieber noch wollen sie mehr bei der internationalen Governance des Netzes zu sagen haben.

Gerade steht ein umfassender Gesetzesvorschlag namens Marco Civil zur Abstimmung, der unter anderem Bürgerrechte im Internet stärkt. Bei Internetexperten ist das umstritten – wer Inhalte ins Netz stellt, wird nach diesem Gesetz in sehr viel höherem Maße haftbar gemacht als bisher und muss sehr schnell auf Ersuchen reagieren, bestimmte Daten und Behauptungen zu löschen. Immerhin fällt auf, wie entschlossen das Land solche Rechtsnormen entwickelt und umsetzt.

Selbstbewusst hat die brasilianische Regierung nun für den April 2014 die Dachorganisation für die Verwaltung des Internet, die in Los Angeles ansässige Icann, nach Rio de Janeiro eingeladen. Es soll darum gehen, wie Rousseff es formuliert, "Brasiliens Vorschläge für ein sichereres Internet" zu diskutieren. Die Icann kommt auch, und das überrascht nicht: Ihr Chef Fadi Chehadé hatte schon auf die Dilma-Rede vor der UN-Generalversammlung enthusiastisch reagiert: "Sie hat an diesem Tag für uns alle gesprochen."