Auf die erste Spur des Adelssohnes stoßen wir fern seiner Heimat – ein Vorzeichen für sein langes, oft beschwerliches Wanderleben. An einer damals berühmten Universität studierte er die Freien Künste und Medizin. Sein Studium brach er ab, trat einer Organisation bei, die unerbittlich Häretiker verfolgte und deswegen in zweifelhaftem Ruf stand. In ihrem Dienst zog er von Ort zu Ort, lernte, las, schrieb, predigte und unterrichtete unermüdlich. Triumphe als Lehrer feierte er vor allem an einer aufstrebenden Universität. In so großer Zahl zog er Hörer aller Schichten an, dass er seine Vorlesungen auf öffentliche Plätze verlegen musste. Seine überragende Kenntnis der antiken und zeitgenössischen Philosophie bewahrte ihn jedoch nicht vor Intoleranz: So unterzeichnete er mit vierzig Gelehrten ein Gutachten, das den Talmud verdammte und dem Feuer überantwortete.

Seine scharfsinnige Interpretation klassischer Werke begründete seinen Ruf, doch sein Ziel war ehrgeiziger: Er wollte das gesamte Wissen seiner Zeit zusammenfassen. Dazu gehörten auch die Naturwissenschaften. Er beschritt neue Wege, denn die eigene Beobachtung galt ihm mehr als die überkommene Lehrmeinung. Auch in juristischen Fragen hatte sein Wort Gewicht. Im Streit zwischen den Bürgern und dem geistlichen Oberhaupt seiner Wahlheimat setzte er sich erfolgreich für die Rechte der Bürger ein. Widerstrebend übernahm er die Aufgabe, ein verwahrlostes Bistum zu ordnen. Nach zwei Jahren gab er sein Amt zurück, er hielt es für unvereinbar mit seinem Armutsgelöbnis. Als Propagandist eines Religionskriegs diente er lediglich ein Jahr. Ein ruhiges Gelehrtenleben in seiner Wahlheimat war ihm nicht vergönnt: Immer wieder wurde er auf Reisen geschickt. Zu Fuß unterwegs als Prediger, Lehrer und Friedensstifter, zahlte er in den Herbergen nicht mit Geld, sondern hinterließ kurze Abhandlungen. Schon zu Lebzeiten kursierten Legenden über ihn: Wer so allwissend war wie er, musste über magische Kräfte verfügen. So könne er im Winter in seinem Garten Blumen und Bäume blühen und Vögel singen lassen. Einer anderen Mär zufolge soll sein Schüler und geistiger Erbe nach seinem Tod eine von ihm konstruierte "redende Säule" zerstört haben. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 44:

Tina Turner (geb. 26. November 1939) gilt als erfolgreichste Rocksängerin. In den Sechzigern machte sie mit Ehemann Ike Turner Karriere. Weil er sie schlug, verließ sie ihn, hatte 1983 ihr Comeback. Im April 2013 zierte sie das Cover der deutschen "Vogue" und heiratete im Juli ihren Lebensgefährten Erwin Bach