Kühlen, kühlen, kühlen! Das war früher die Maxime bei Verbrennungen und Verbrühungen. Kaltes Wasser sollte man über die verletzten Stellen laufen lassen. Tatsächlich wurde den armen Verbrennungsopfern oft geraten, das 20 Minuten lang zu tun. Die Vorstellung dahinter: Die Kühlung verhindere, dass die Hitze in tiefere Körperschichten vordringt, der Schaden bleibe oberflächlich.

Allerdings ist inzwischen durch Untersuchungen belegt worden, dass diese Wirkung nur eintritt, wenn man wenige Sekunden nach dem Unfall mit der Kühlung beginnt. Wartet man zwei Minuten ab, hat sich die Hitze längst ausgebreitet, und die "Wassertherapie" lindert nur noch die Schmerzen.

In keinem Fall muss das Wasser eiskalt sein, eine Temperatur zwischen 15 und 20 Grad Celsius reicht völlig aus, und nach spätestens zwei Minuten sollte man damit aufhören. Paradoxerweise kann es nämlich bei Verbrennungen zu einer Unterkühlung kommen, wenn man zu kaltes Wasser zu lange über die betroffenen Hautpartien laufen lässt.

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Sie droht vor allem bei großflächigen Verletzungen, deshalb rät das Deutsche Rote Kreuz von Kühlung bei solchen Verbrennungen ganz ab, die größer sind als die Fläche eines Fingers. Und auch vor Selbsttherapien mit Brandsalbe oder irgendwelchen Hausmitteln warnen die Experten – denn der behandelnde Arzt soll die Wunde möglichst unverändert sehen.

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