Am Montag dieser Woche hat der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Angela Merkel im Kanzleramt besucht. Seitdem rätselt ganz Berlin: Was hat Gutti nur von Mutti gewollt? Und was Mutti von Gutti? Uns ist das egal. Uns interessiert kein Pseudoelend, keine Ex-Lichtgestalt, die Job, Brille und Haargel verloren hat und die uns jedes Mal, wenn wir ihn reinzappen, denken lässt: "Seit wann kann Lothar Matthäus so gut Englisch?" Uns interessiert wahre Not, uns interessiert die FDP.

Neulich waren wir mit ihr verabredet, also, um genau zu sein, mit einem ehemaligen Bundestagsabgeordneten, wie man ja jetzt sagen muss. Nach dem Totalkollaps vom 22. September, nach all den besorgniserregenden Dossiers aus der medialen Notaufnahme können wir alle Angehörigen der FDP und ihre beiden verbliebenen Freunde beruhigen: Die FDP kann wieder feste Nahrung zu sich nehmen. Na ja, wenigstens reicht es zu Joghurt mit Früchten und Café Latte mit einer Extraportion Milchschaum. Und in ganzen Sätzen redet sie auch bereits wieder, viele von ihnen enden mit "ach ja". Und wenn man die FDP danach fragt, was sie denn jetzt so mache, dann huscht sogar ein Lächeln über ihr Gesicht. So wie über das von Jack Nicholson in The Shining. Kurz bevor er die Axt zückt.

Doch der FDP droht ein schwerer Rückfall. Spätestens dann, wenn den Deutschen der Bundestag so vorkommt wie Gutti ohne Gel: irgendwie anders, aber ganz natürlich.