Schwindel mit Derivaten

Der Australier Garry Disher gilt als Meister des Gangsterromans, sein Held Wyatt als legitimer Nachfolger des kaltschnäuzigen Ganoven Parker, den Donald E. Westlake alias Richard Stark erschaffen hat. Dishers Romane aber haben diesen besonderen, warmherzigen Ton. In Dirty Old Town variiert er sein Thema "Eigentum ist Diebstahl": Wyatt scheitert in Melbourne daran, einem betrügerischen Hafenmeister 75 000 Dollar abzunehmen, zeitgleich reißt sich in London eine Bande Wertpapiere für 200 Millionen Pfund unter den Nagel. Ein Teil dieser Beute wird von einem Kurier, der sie mithilfe zwielichtiger Juweliere verhökern will, nach Melbourne transferiert. Die Juweliere sind bereits im Visier von Wyatt, dessen Komplize Eddie Oberin eigene Pläne verfolgt, die wiederum von der durchgeknallten Stripperin Khandi Cane durchkreuzt werden.

Dies ist der Anfang einer komplexen Intrige, in der Verrat, Eifersucht, sogar – für Wyatt indiskutabel! – Liebe eine Rolle spielen, vor allem aber Gier und narzisstische Wahnideen. Der Gangsterroman für das 21. Jahrhundert! Robert Brack

Garry Disher: Dirty Old Town
Aus dem Englischen von Ango Laina und Angelika Müller. Pulp Master Verlag, Berlin 2013; 322 S., 13,80 €, als E-Book 9, 99 €