Die Frage: Manchmal denkt Claudia, sie hat sich mit der Rolle der Geliebten von Klaus abgefunden. Vielleicht kann sie ja die Ansprüche eines Partners neben ihrem Beruf als angehende Fachärztin gar nicht erfüllen?

Dann wieder möchte sie, dass sich Klaus endlich zu ihr bekennt und nicht nur davon redet, sie sei seine große Liebe, und wenn sie sich unter anderen Umständen kennengelernt hätten, wären sie jetzt glücklich verheiratet.

Aber Klaus ist schon verheiratet, seine Frau Rita leidet an Asthma und hat lebensgefährliche Anfälle, wenn sie sich aufregt. Sagt Klaus, der ebenfalls Mediziner ist und eine eigene Praxis betreibt, in der Rita die Kassenabrechnung macht.

Klaus und Rita haben zwei Kinder, deshalb möchte Klaus auch keinen weiteren Nachwuchs. Claudia ist da noch unentschieden.

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Wolfgang Schmidbauer antwortet: Was in einer heimlichen Liebe an Aussagen über die offiziellen Partner fällt, hat meist ähnliche Funktionen wie die Tintenwolke des Oktopus, auch wenn die Sicht eher durch Goldstaub als durch Schwärze getrübt wird.

Wer überhaupt riskieren möchte, ob die Freuden einer solchen Beziehung ihre Leiden aufwiegen, sollte solche Reden nicht auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, sondern sie möglichst ignorieren.

Was Klaus mit Rita hat und macht, ist seine Sache. Claudia muss sich nur fragen, ob der Anteil an Klaus’ Leben sie zufrieden macht, vor allem auch, was ihren Wunsch nach einer eigenen Familie angeht.

Sie sollte jedenfalls nicht von der Hoffnung leben, dass Klaus Ehefrau, Praxishelferin und Mutter seiner Kinder verlassen wird, sobald sie ihr Asthma kuriert hat.