Der Einzelgänger. Der Nestbeschmutzer. Der Misanthrop. So hat man ihn genannt und in Schubladen gesteckt, die sich aber stets als zu eng erwiesen. Und nachdem er dann posthum noch manchen Leuten das Spiel und den Plan verdorben hatte, sah auch der Letzte ein, dass er mit seinen Widersprüchen nie wirklich zu fassen gewesen war. Hatte er all die Jahre nur Skandal gespielt, amüsierte oder ärgerte es ihn, wenn eine seiner Äußerungen mal wieder Empörung auslöste? Wie um den Blick der anderen auf sich noch mehr zu verschleiern, gab er sich ab und zu so richtig schön ahnungslos. "Beim Schreiben oder nachher beim Korrekturlesen lach ich laut", erzählte er dann etwa, "... aber die Leute finden das überhaupt nicht zum Lachen ... das versteh ich eigentlich nicht."

Nur ganz enge Vertraute wussten wohl, wer der Mensch war, der sich hinter der Rolle verbarg. Besser also, sich an die verbürgten Fakten zu halten: eine Kindheit und Jugend in Frost und Armut. Eine Mutter, die früh starb. Ein Erzeuger, der als Vater ausfiel und sich später umbrachte (die zwei sind einander nie begegnet). Und dann gab es noch jene Krankheit, die ihn fast zerstörte, als er just anfangen wollte zu leben – der Motor für sein späteres Schaffen.

Mit einem Paukenschlag hat er die Literatenbühne betreten, gut 50 Jahre ist das her. Danach ging’s stetig weiter, in zum Teil rasender Abfolge erschienen seine Werke.

Formal schien ihm alles zu liegen, Gedicht, Bühnenstück, Roman. Die wachsende Fangemeinde schien nie genug zu bekommen von den oft bitterbös-bizarren, sorgsam gedrechselten Wort- und Satzkaskaden. Falls Kunst bedeutet, dass man etwas Neues erschafft – dann war er ein wahrer Künstler. Wenn das auch jene, die in ihm den Misanthropen sahen, nie zugegeben hätten. Später, älter werdend, umgab ihn dann aber doch ein Hauch von Milde, auch Humor und Selbstironie traten stärker zutage. Er schien zufrieden zu sein mit dem, was erreicht war; hatte sich wohl auch die Lemuren der Kindheit von der Seele geschrieben. "Nur wer wirklich unabhängig ist, kann im Grunde wirklich gut schreiben", hat er mal gesagt. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 45:

Der "Doctor universalis" und Kirchenlehrer Albertus Magnus (um 1200 bis 1280) aus Lauingen studierte in Padua, schloss sich den Dominikanern an, lehrte in Paris und machte Köln zu seiner Wahlheimat. Thomas von Aquin war sein Schüler