Um ihre Altersversorgung schaut es wohl weder beim 44-jährigen indischen Schachweltmeister Viswanathan Anand noch bei seinem halb so alten norwegischen Herausforderer Magnus Carlsen schlecht aus – nichts erinnert bei ihnen an große Schachmeister von einst wie Schlechter, Spielmann und Rubinstein, die schier hungers starben. Allein bei ihrem heute in Anands Heimatstadt Chennai beginnenden WM-Kampf beträgt die Preissumme 2,55 Millionen Euro. Doch auch sonst sprudeln ihre Einnahmen im Millionenbereich jährlich, vor allem durch Werbeverträge. Pikanterweise bei Anand unter anderem sogar mit Gedächtnispillen; hoffentlich muss er sich bei einem Eröffnungsfehler nicht fragen lassen, ob er etwa seine Pille einzunehmen vergessen hätte.

Anand spielte erstmals 1995 in New York gegen Garry Kasparow um die Weltmeisterschaft – die Eröffnung war am 11. September (!) im World Trade Center –, 2008 entriss er in einem begeisternden Match in der Bundeskunsthalle in Bonn unter den Augen des schachliebenden Schirmherrn Peer Steinbrück dem Russen Wladimir Kramnik den Titel und verteidigte ihn danach mehrfach. Und wenn ihm Kombinationen wie heuer gegen den Aserbeidschaner Teimur Radjabow gelingen, dann muss ihm laut Kramnik trotz der kraftstrotzenden Jugend von Carlsen nicht bange sein.

Nach welch wunderschönem Schlusszug von Anand als Schwarzem gab Radjabow auf, weil er entscheidend Material verlöre?

Lösung aus Nr. 45:

Nach welchem weißen Opferschlag war Schwarz verloren? Mit dem Qualitätsopfer 1.Txd8+! wurde ein wichtiger Verteidiger von f7 entfernt. Nach 1...Dxd8 (auch 1...Kxd8 2.Le6! war hoffnungslos) 2.Sxf7 Dh4 (2...Lxf7 3.Lxf7+ Sxf7 4.De6+, besser aber 2...Df6) 3.Db5+ c6 4.Dxe5+ Kd7 5.De6+ Kc7 6.Ld6 war Schwarz matt