Wie schlimm ist der Konformitätsdruck in den deutschen Medien? Erst jagen alle Christian Wulff, jetzt den armen Bischof Tebartz-van Elst. In der kulinarischen Berichterstattung nennt man die Gleichschaltung der öffentlichen Meinung einfach einen "Food-Trend", und darüber regt sich niemand auf. Nach der Kürbissuppe und der Roten Bete kamen die Granatapfelkerne, die jetzt, im Herbst 2013, abgelöst werden, und zwar vom Salzkaramell. Wir geben dem Sog der Masse nach. Denn Salzkaramell ist ein Geschmack wie aus dem Schlaraffenland: cremig, süß, sahnig, buttrig, und dazwischen schmeckt man das Salz, das weiße Gold, dieses Elixier unseres Lebens, das Dopamin durch unsere Adern rauschen lässt. Die gestürzte Apfeltarte nach französischem Rezept, eine sogenannte Tarte Tatin, schmeckt zugegebenermaßen auch ohne die Sauce, so wie die Sauce ja eigentlich auch ohne die Tarte schmeckt.

Blätterteig auftauen lassen, dünn ausrollen. Einen Kreis ausschneiden, der etwas größer ist als die Pfanne, die man benutzt. Äpfel schälen, in dünne Scheiben schneiden. In der Pfanne (mit ofenfestem Griff) werden Wasser und Zucker ein paar Minuten lang erhitzt, sodass Karamell entsteht. Vom Herd nehmen, Butter dazugeben, verrühren. Äpfel ringförmig in die Pfanne schichten, Teig darauflegen, den Rand andrücken. 30 Minuten lang bei 170 Grad backen. Abkühlen lassen, stürzen.

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Für die Sauce wieder Zucker und Wasser in einer Pfanne erhitzen, bis die Mischung karamellisiert. Vom Herd nehmen, die Sahne langsam dazugießen. Bei mittlerer Hitze ungefähr 2 Minuten lang weiterköcheln lassen, dabei rühren, bis die Sauce glatt ist. Vom Herd nehmen, Butter und Salz dazugeben. In einen feuerfesten Behälter geben, abkühlen lassen. Die Tarte mit etwas Crème fraîche und der Karamellsauce servieren.

Gestürzte Apfeltarte mit Salzkaramellsauce

Für die Tarte:
250 g Blätterteig
600 g Äpfel
100 g Zucker
4 EL Wasser
40 g Butter

Für die Sauce:
100 g Zucker
4 EL Wasser
125 ml Sahne
40 g Butter
½ TL Meersalz