Klar ist er ein Kulturgut, der Nürburgring. In dem Land, in dem die Pferdekutsche zum Automobil mutierte, wo Mercedes, Audi, Porsche oder BMW einst mit Rennsporterfolgen ihren weltweiten Siegeszug antraten, kann das keine Frage sein. Größenwahnsinnige Regionalpolitiker haben das Denkmal zum Sanierungsfall gemacht.

Jetzt will der ADAC den Ring kaufen. Auch er ist eine Institution in Deutschland. Mehr als 18 Millionen Mitglieder bauen darauf, dass ihnen die gelben Engel zu Hilfe eilen, wenn sie eine Panne haben. Genau deshalb sind sie eingetreten. Längst aber hat sich ihr Automobilclub zu einem Dienstleistungskonzern entwickelt: Versicherungen, Mietwagen, Urlaubsreisen – alles vermittelt der ADAC. Seit Kurzem beglückt er das Land auch noch mit Fernbussen auf den verstopften Autobahnen. Haben die Mitglieder das gewollt? Sie wurden nicht gefragt. Regiert wird das Imperium noch immer mit den Strukturen eines Altherrenvereins.

Doch die Herren an der Spitze sollten das Rad nicht überdrehen. Deshalb ein gut gemeinter Vorschlag von einem Beitragszahler: Fragen Sie uns doch mal, was wir von der riskanten Ring-Aktion halten, und zwar alle 18 Millionen Mitglieder. Sie dürften von den Antworten einigermaßen überrascht sein!