Letztes Jahr wurde anlässlich des 300. Geburtstags von Friedrich dem Großen in Rheinberg ein Spiel mit lebenden Figuren aufgeführt – Friedrich und Voltaire spielen Schach. Im Bericht darüber heißt es: "Der Turm säuft, das Pferd lässt Äpfel fallen, das Publikum amüsiert sich königlich." Leider ist indes keine Partie der beiden von Voltaires Aufenthalt am preußischen Königshof erhalten. Voltaire war dort ein gefürchteter Schachgegner, allerdings nicht aufgrund seiner Spielstärke, sondern "seines impulsiven Werfens mit Schachfiguren" wegen, wenn er verlor.

Offenbar geht beim Schachspiel der philosophische Gleichmut schnell perdu. Friedrich empfahl das Schachspiel seinen Offizieren zur Stärkung der geistigen Kräfte, damit diese in schwierigen Lagen besonnener reagierten. Großen Einfluss hatte dabei das Buch L’Analyze des Echecs mit dem Untertitel Ludimus Effigiem Belli von Philidor, einem Landsmann Voltaires. Er war damals ein berühmter Komponist und der beste Schachspieler der Welt. Als dieser mit verbundenen Augen 1750 in Potsdam drei Generäle mattsetzt, schreibt die Vossische Zeitung: "Der Herr Philidor hält sich itzo allhier auf, und er hat sich bey den größten Helden in diesem Spiel bereits sehr furchtbar gemacht."

Furchtbar war auch das Partieende 1790 für den Engländer Smith. Wie gewann Philidor als Schwarzer am Zug recht brachial?

Lösung aus Nr. 46:

Welch köstliche schwarze Schlusspointe bewog Weiß zur sofortigen Aufgabe? Nach dem Kamikaze-Opfer 1...d2! verliert Weiß in jedem Fall Haus und Hof, sowohl bei 2.Txc4 dxe1S+ 3.Kf1 Sxc4 als auch bei 2.Lxd2 Sd3 3.Txc4 Sxe1+ 4.Lxe1 Txc4 oder   2.Dxd2 Dxc1 3.Dxc1 Txc1 4.Lxc1 Sd3