Die Frage ist schon deshalb nicht eindeutig zu beantworten, weil Margarine nicht gleich Margarine ist. Die Lebensmittelindustrie mag uns jahrzehntelang weisgemacht haben, dass wir es da mit einem pflanzlichen und natürlichen Brotaufstrich zu tun hätten, der viel gesünder sei als die böse Butter, welche viel Cholesterin und gesättigte Fettsäuren enthält. Aber das war nur Propaganda für ein sehr künstliches Industrieprodukt.

Die Margarine wurde erfunden, als der französische Kaiser Napoleon III. auf der Suche nach einem billigen Butterersatz für seine Truppen war. Der Chemiker Hippolyte Mège-Mouriès mixte ihm 1869 eine Emulsion zusammen, die neben Milch und Nierenfett auch zerstoßenes Kuheuter enthielt. Auch heute kann Margarine tierische Fette enthalten, es sei denn, sie ist ausdrücklich als "Pflanzenmargarine" ausgewiesen.

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Die pflanzlichen Öle in der Margarine, Produkte eines chemischen Extraktionsprozesses, enthalten zwar kein Cholesterin. Weil sich aber niemand flüssiges Fett aufs Brot gießen will, muss man diese Fette irgendwie streichfähig machen. Früher wurden sie chemisch gehärtet. Dabei entstehen aber die sogenannten Transfettsäuren, die ganz schlecht für Herz und Kreislauf sind. Inzwischen haben die meisten Hersteller alternative Verfahren gefunden. Letztlich hilft nur ein Blick aufs Etikett: Der Anteil von gesättigten Fettsäuren und Transfetten sollte möglichst klein sein.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt's?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt's?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio