Ein Jahr nachdem der Fotograf Walter Israel den Maler Max Liebermann 1932 vor seiner fulminanten Kunstsammlung porträtiert hatte, war dieses Bild schon nicht mehr wahr. Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann Liebermann, die wichtigsten Gemälde in die Schweiz zu überstellen, viele als Leihgabe an das Kunsthaus Zürich. 1935 starb er, und als seine Tochter Käthe Riezler und ihr Mann 1938 in die USA emigrierten, konnten sie von dem Verkauf der Bilder leben. Einige der besten finden sich heute in amerikanischen Museen. Liebermanns Witwe Martha, die bis zu ihrem Selbstmord 1943, kurz vor der drohenden Deportation, in Berlin blieb, musste erleben, wie ihr das berühmte Haus am Pariser Platz, direkt neben dem Brandenburger Tor, entzogen und die nicht minder berühmte Wannsee-Villa samt Inventar an die Reichspost verkauft wurde. Das Schicksal der verbliebenen Sammlung ist unklar. Nur weniges konnte restituiert werden, man weiß aber, dass 1947 in Berlin eine obskure Auktion stattfand, in der große Teile auf Nimmerwiedersehen verhökert wurden. Wer die Bilder heute hat, weiß auch der Katalog nicht zu sagen. Wahrscheinlich zirkulieren sie im Kunsthandel.