Jeder Bauch tut hin und wieder weh. Die beste Strategie ist dann: Nichts tun. Erst wenn starke Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen, Luftnot, Hautausschlag oder Fieber auftreten oder schwächere Symptome länger als drei Monate anhalten, wenn man deutlich an Gewicht verliert oder ein Kind verzögert gedeiht, sollte man etwas unternehmen. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Bei anhaltenden Beschwerden gilt:

1. Nicht googeln.

Im Internet kursieren viele falsche Informationen über Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Scheinbar objektive Seiten werden von PR-Agenturen oder Nahrungsmittelfirmen betrieben, subjektive Berichte von Betroffenen führen leicht auf die falsche Fährte.

2. Keine Diät machen.

Selbst wenn man überzeugt davon ist, an einer bestimmten Unverträglichkeit zu leiden, kann die Diagnose falsch sein. Wer Lebensmittel meidet, riskiert durch einseitige Ernährung einen Nährstoffmangel. Auch die Diagnose wird dann schwieriger: Ist jemand tatsächlich an Zöliakie erkrankt und meidet Gluten für mehrere Wochen, werden Antikörper abgebaut, und die für die Erkrankung typischen Veränderungen am Darm können verschwinden. Die Zöliakie lässt sich dann kaum nachweisen.

3. Tagebuch schreiben.

Zunächst ist es sinnvoll, eine Ernährungstabelle zu führen, in die man einträgt, was man wann zu sich genommen hat und welche Beschwerden man hatte. Ein solcher Überblick hilft dem Arzt bei der Diagnose.

4. Zum Arzt gehen.

Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt oder Kinderarzt. Der stellt Fragen zu den Symptomen und überweist zum Gastroenterologen oder zum Allergologen, wenn sich der Verdacht erhärtet. Die Diagnosemethode hängt davon ab, welchen Befund die Ärzte vermuten (siehe unten). Sich bei einem spezialisierten Zentrum, etwa im Uni-Klinikum, vorzustellen ist erst notwendig, wenn alle anderen Versuche die Beschwerden nicht erklären konnten.

5. Die Diagnose einer Laktoseintoleranz

Bei manchen Menschen entsteht Laktoseintoleranz infolge einer Erkrankung, beispielsweise einer entzündlichen Veränderung im Dünndarm. Im Allgemeinen ist sie aber ganz natürlich: Genetisch bedingt, konnte der Mensch Jahrtausende lang nur in den ersten Lebensjahren Milchzucker verdauen, was für ein Säugetier wichtig ist. Nach dem Abstillen verlor er diese Fähigkeit. Erst als der Mensch Viehzucht betrieb und Kühe molk, hatte derjenige einen Überlebensvorteil, der Milch auch als Jugendlicher und Erwachsener noch vertrug. In Skandinavien vertragen heute die allermeisten Menschen Laktose, in vielen Gegenden Asiens sind dagegen fast alle Menschen laktoseintolerant. Für die Diagnose führt der Arzt einen H₂-Atemtest durch. Dazu trinkt der Patient eine Mischung aus Wasser und Laktose. Anschließend wird mehrere Stunden lang in Abständen gemessen, wie hoch die Wasserstoffkonzentration im Atem ist. Diese gibt Aufschluss darüber, ob jene Enzyme, die Laktose spalten, ausreichend aktiv sind.

6. Die Diagnose einer Fruktose-Malabsorption

Eine Fruktose-Malabsorption wird zwar häufiger diagnostiziert als noch vor einigen Jahren, was aber daran liegt, dass die Diagnose heute jedermann bekannt ist – Patienten drängen deshalb oft selbst auf einen Test. Der Eindruck, dass der Anteil jener Menschen steigt, die Fruktose schlecht vertragen, entsteht auch dadurch, dass viele heute große Mengen der Substanz zu sich nehmen: So sind Smoothies echte Fruktose-Bomben. Ob ein Patient an Fruktose-Malabsorption leidet, prüft der Arzt auch mit einem H₂-Atemtest: Der Patient trinkt eine Lösung aus Wasser und Fruktose, danach wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft einige Stunden lang gemessen. Auf diese Weise zeigt sich reduzierte Aktivität der Enzyme.

7. Die Diagnose einer Glutenunverträglichkeit

Der Arzt nimmt bei Verdacht zuerst Blut ab und untersucht, ob Antikörper gegen das Enzym Transglutaminase vorhanden sind. Danach werden bei einer Dünndarmspiegelung oft Gewebeproben entnommen. Seit Kurzem ist es möglich, das Blut daraufhin zu untersuchen, ob eine genetische Prädisposition für eine Zöliakie vorliegt. Der Test ist gut geeignet, die Krankheit auszuschließen: Wer die erbliche Veranlagung nicht hat, hat ziemlich sicher auch keine Zöliakie. Um die Krankheit zu diagnostizieren, ist der Gentest allein aber nicht aussagekräftig – denn nur etwa fünf Prozent der Menschen mit genetischer Prädisposition erkranken tatsächlich an Zöliakie.